Reaktionen der Gesellschaft auf MmB
Menschen mit Behinderungen weichen aus Sicht der Gesellschaft häufig von den als normal geltenden Erwartungen ab. Eine Begründung liegt hierfür in der intensiven Orientierung der Gesellschaft am gesunden, schönen und voll handlungsfähigen Menschen. Diese Wertvorstellungen bestimmen somit die Reaktionen und Einstellungen der Gesellschaftsmitglieder gegenüber den Menschen mit Behinderung.
Die soziale Reaktion ist häufig:
- Intensives Anstarren
- Witze, Spott und Hänseleien
- Aggressive Verhaltensweisen
- Missmutsäußerungen – die Begegnung mit MmB wird als Zumutung betrachtet
- Unsicherheit – soll man hinsehen, wegsehen, abwenden oder helfend eingreifen?
- Mitleid
- Vorurteile
Das Gesellschaftsmitglied, welches sich in diesem Sinne verhält, weiß meist um die Abweichung der „Normalität“ des Anderen.
Die Folge von dem Abweichen der „Normalität“ ist die Stigmatisierung der MmB, d.h. sie werden aus- und abgegrenzt.
MmB werden diskriminiert, als Krüppel oder Spasti bezeichnet, sie gelten als unerwünscht und andersartig. Der Stigmatisierungsgrad ist von der Sichtbarkeit einer Behinderung, dem (Nicht)Wissen von ihren Ursachen und ihrer mehr oder weniger abstoßenden Wirkung auf die „normalen“ Menschen abhängig und man findet auf der gesellschaftlichen Ebene verschiedene Wirkungen: Verdrängung / Verharmlosung / Schuldzuweisungen an den Behinderten oder Eltern / Ausgrenzung von Bildungsmöglichkeiten / Vermeidung der Kontaktaufnahme / Spenden-Mitleid
Der behinderte Mensch reagiert unterschiedlich auf die Stigmatisierung:
- Nimmt der Betroffene an, die Beeinträchtigung ist den Anderen nicht bekannt, versucht er, die Behinderung zu verbergen, z.B. ein Schwerhöriger weicht den Gesprächen aus oder signalisiert Zustimmung, ohne die Frage verstanden zu haben
- Wenn der Behinderte annimmt, seine Beeinträchtigung ist den Anderen bekannt, entwickelt er Verhaltensstrategien, wie z.B. Aggressionen, Unterwürfigkeit oder Zynismus
Wünschenswert wäre echtes Engagement, Anerkennung und Gleichberechtigung von behinderten Menschen.
Damit MmB als vollwertiges Mitglied der Gesellschaft angesehen werden, ist ein Umdenken nötig:
Unwissenheit über die Ursache, Merkmale und Begleiterscheinungen einer Behinderung, sowie die Unsicherheit mit dem Umgang von behinderten Menschen und auch die abstoßende Gefühle gegenüber dem Erscheinungsbild / Verhalten eines behinderten Menschen führen oft zu negativen Reaktionen, Ablehnung und Isolation.
Die Wert- und Normeneinstellung zu MmB muss durch mehr Informationen und / oder Aufklärungsarbeit über Behinderungen und ihrer Ausmaße geändert werden. Die Nichtbehinderten müssen sich mit MmB auseinandersetzen, damit diese in unserer Gesellschaft voll akzeptiert und angenommen werden.
Die Integration von behinderten Kindern in den Regelkindergärten und –schulen (soweit möglich) ist ein wichtiger Beitrag. Durch den ungezwungenen Kontakt von „gesunden“ und behinderten Kindern entstehen keine Vorurteile, die Kinder lernen den Umgang mit behinderten Menschen – sehen, dass der Mensch an seiner Behinderung nicht schuld ist und genauso liebenswert wie ein „normaler“ Mensch sein kann. Eine positive Einstellung zu MmB wird am besten im Kindesalter gefördert.
Auch der deutsche Staat trägt zur Integration von MmB bei, indem er am 1. Mai 2002 das Behindertengleichstellungsgesetz in Kraft gesetzt hat. Es regelt die Gleichstellung behinderter Menschen im Bereich des öffentlichen Rechts, soweit der Bund zuständig ist, und ist ein wichtiger Teil der Umsetzung des Benachteiligungsverbotes
„Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden“
Ein Thema, dass wir erst kürzlich in Soziologie durch genommen haben. Ich finde das Thema hoch interessant und möchte es hier zur Diskussion stellen



Neni 08:37 am 7. Juni 2010 Permalink |
ich finde es auch sehr interessant, da ich grad selber eine hausarbeit über das thema mache.
und ich genau diese informationen gebraucht habe die sie hier reingeschrieben haben danke =)